Der Überziehungskredit
April 5, 2008
Der Überziehungskredit, auch Kontokorrentkredit bei Geschäftsleuten und Dispokredit bei Privatkunden, ist eine gute Möglichkeit, kurzfristig einen höheren Geldbedarf, als auf seinem Konto vorhanden, zu überbrücken. Ein Überziehungskredit ist hierbei die Möglichkeit, sein Konto bis zur vereinbarten Kreditlinie zu überziehen.
Vielen Bankkunden, die ein Girokonto besitzen, wird ein Dispokredit, meist in Höhe von zwei Monatsgehältern, eingeräumt. Im Vorfeld überwacht die Bank hier über einen bestimmten Zeitraum die Zahlungsein- und -ausgänge des Kunden. Weitere Sicherheiten sind nicht notwendig.
Auch für Geschäftskonten kann ein Überziehungskredit (Kontokorrentkredit) eingeräumt werden, wobei auch hier die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu berücksichtigen ist.
Er ist auch eine Liquiditätsreserve, wobei auf jeden Fall sichergestellt werden sollte, dass er nur kurzfristig in Anspruch genommen wird.
Die Sollzinsen für den Überziehungskredit (Dispokredit) sind verhältnismäßig hoch und liegen im Durchschnitt bei 11,5 – 13,5 %. Dabei orientieren sie sich an den Marktzinsen und sind variabel. Die Abrechnung der Sollzinsen und damit die Belastung des Kundenkontos erfolgt quartalsweise.
Es ist sehr wichtig, dass der Kredit nur für kurze Zeit in Anspruch genommen und das Konto schnell wieder ausgeglichen wird. Dann ist der Überziehungskredit günstig, da hier tageweise die Sollzinsen und auch nur für die wirklich genutzte Summe berechnet werden. Außerdem wirkt sich günstig aus, dass keine festen Rückzahlungsraten vereinbart werden und keine Bearbeitungsgebühr anfällt.
Er ist vor allem für Menschen, die gut mit Geld umgehen können und sich seine Inanspruchnahme nicht zur Gewohnheit machen, eine Alternative zum Ratenkredit.
Sehr teuer wird der Überziehungskredit, wenn auch dieser, von der Bank eingeräumte, Kreditrahmen noch überzogen wird. Dann droht schnell eine Überschuldung. Hierfür können dann schon Sollzinsen von 13 bis zu 18 % fällig werden. Dies sollte aber unbedingt vermieden werden.
Diese Überziehung des Dispokredits wird aber nicht jedem gewährt und ist auch nur in Absprache mit der Bank möglich.
Als Fazit gilt, ein Überziehungskredit ist nur bei kurzfristiger Inanpruchnahme vorteilhaft. Er räumt dem Kunden, ziemlich “unbürokratisch”, eine gewisse Flexibilität ein.
Sollte der Überziehungskredit über einen längeren Zeitraum genutzt werden oder kommt man in einem absehbaren Zeitraum nicht aus diesen Schulden heraus, sollte unbedingt mit seiner oder einer anderen Bank gesprochen und über einen Ratenkredit im Rahmen einer Umschuldung verhandelt werden.
Beim Ratenkredit richtet sich der Zinssatz nach der Bonität des Kunden, das heißt, wie kreditwürdig er ist. In der Regel ist ein Ratenkredit für Schulden über einen längeren Zeitraum immer günstiger. Hier kann der Zinssatz je nach Umstand schon bei ca. 4,5 % liegen.
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